Überleben im Beruf
25.Juli 2008
Sich in seinem Job zu behaupten und seinen Arbeitsplatz nicht nur zu behalten, sondern auch voran zu kommen, ist die eine große Herausforderung für jeden Arbeitnehmer. Seinen Job physisch zu überleben und auch keine schwerwiegenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen davon zu tragen, ist ein viel grundlegenderes Problem, über das sich jedoch nur wenige wirklich Gedanken machen.Die Chancen sind hier in der Tat sehr unterschiedlich verteilt. Das Organ der Versicherungswirtschaft hat statistische Daten zur Berufsunfähigkeit ausgewertet und eine Rangliste der gefährlichen Berufe erstellt, aus der auch ersichtlich ist, wo man die besten Aussichten hat, das Rentenalter unbeschadet zu erreichen.
Was nicht wirklich überrascht ist, das handwerkliche Berufe potentiell größere Gefahren bergen als akademische. Wer die Gefahr wirklich liebt, der sollte sich für den Beruf des Dachdeckers entscheiden. Er ist der mit weitem Abstand gefährlichste überhaupt. Beinahe die Hälfte aller Renten in dieser Branche werden wegen Berufsunfähigkeit bezogen, dreißig Prozent der Renten dieses Berufsstandes sind Hinterbliebenenrenten. Auf diesen traurigen Spitzenreiter folgen zum Beispiel auch die Krankenpflegerberufe, aber auch Metzger und Mitglieder der Baubranche sind weit oben vertreten. Interessanterweise befinden sich auch Sozialarbeiter unter den Spitzenreitern, wobei man gerne erfahren würde, wie bei diesem Beruf ein hoher Anteil an Hinterbliebenenrenten zustande kommt. Möglicherweise sind hier Stressfaktoren eine Ursache für einen frühzeitigen Tod, während es bei Hilfstätigkeiten auf dem Bau auf jeden Fall Unfälle sind, die zur Berufsunfähigkeit führen.
Sicher lebt man als Akademiker und am sichersten als Arzt. Das verwundert etwas, da Krankenpfleger sich genau auf der anderen Seite der Risikogruppen befinden. Welchen zusätzlichen Gefahren anders als ein Arzt ausgesetzt sind, geht aus der Untersuchung leider nicht hervor. Ingenieurberufe führen ebenfalls mit hoher Wahrscheinlichkeit in einen unbeschadeten Ruhestand, auch wenn es sich um solche der Baubranche handelt. Die Ausführenden Kräfte haben dagegen wie oben ausgeführt, ein entgegengesetzt höheres Risiko, vorzeitig aus dem Erwerbsleben auszuscheiden. Erwartungsgemäß sicher sind alle Verwaltungsberufe, aber auch Lehrtätigkeiten.
Erfreulich ist, dass die Quote der wegen Berufsunfähigkeit ausscheidenden Arbeitnehmer sinkt. Dies ist vor allem auf verstärkte Sicherheitsmaßnahmen am Arbeitsplatz zurückzuführen. Bei den Dachdeckern sinkt der Anteil allerdings deshalb, weil weniger diesen Beruf ergreifen, was man niemand wirklich übel nehmen kann.
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