Krankenhäuser kranken an Unterfinanzierung

16.Juli 2008

Den Krankenhäusern geht es schlecht. Sie müssen mit immer weniger Mitteln immer mehr Patienten versorgen. Trotz steigender Anforderungen wird überall insbesondere Pflegepersonal abgebaut, obwohl die fachgerechte Versorgung schon jetzt kaum mehr gewährleistet ist. Schuld daran sind nach Ansicht der Kassen die Länder, die die Mittel für Krankenhäuser beständig zurück fahren würden. Gefordert wird daher eine größeres Engagement an bei der Finanzierung. Befürchtet wird jedoch, das sich die Lage in Zukunft verschlimmern statt verbessern wird, und die Länder eher weniger als mehr für die Gesundheitsvorsorge beitragen werden. Auch die Unterfinanzierung der Krankenhäuser ist eine unmittelbare Folge der Gesundheitsreform, die im Detail für diesen Bereich noch nicht endgültig ausgehandelt ist. So sollen die Krankenkassen künftig die Betriebskosten der Krankenhäuser übernehmen, geht es nach den Gesundheitsministern. Dies würde jedoch zu einer weiteren Beitragssteigerung führen, so dass zum Schluss die Versicherten die Lücke füllen müssten, die die Länder geschlagen haben.Die Krankenkassen zahlen jetzt schon einen großen Teil der Krankenhauskosten und wollen sich hier nicht noch mehr verausgaben. Die Kassen sind der Ansicht, dass das Problem nicht existieren würde, wenn die Länder genau wie sie selbst ihren Verpflichtungen nachkämen. So fällt es zum Beispiel in die Verantwortung der Länder, technisches Gerät zu finanzieren. Gerade in diesem Bereich fließen kaum noch Mittel mit entsprechenden Folgen für die Patienten. Innovatives medizinisches Gerät, dass viele Leben retten könnte, fehlt allerorten, während die vorhandene Technik oftmals veraltet ist.

Eine zusätzliche Belastung sind die allgemein seit Jahren stark steigenden Kosten insbesondere für Medikamente. Dieser Posten nimmt einen immer größeren Teil des Budgets in Anspruch und ist mit ursächlich für die vielerorts dramatische Personalsituation. Arbeiten an der Leistungsgrenze mit zahlreichen meist unbezahlten Überstunden ist schon längst die Regel, nicht mehr die Ausnahme. Gleichzeitig wird die Bezahlung immer schlechter, da nicht erfolgende Lohnerhöhungen inflationsbedingt zu einem stetigen Kaufkraftverlust und so quasi zu Lohnsenkungen führen. Selbst dort wo es Lohnerhöhungen gab, erreichen die Quoten selten die Teuerungsrate. Die Profitgier der Pharmakonzerne wird somit zu einer aktuten Gesundheitsgefahr für die Patienten und auch die Mitarbeiter.

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