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Auf dem Gebiet der Krankenversicherungen, ganz losgelöst davon, ob es sich um die privaten Krankenversicherungen (PKV) oder um die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) dabei handelt, tut sich so einiges. Einer der Gründe für diese Veränderungen ist die kommende Gesundheitsreform, die unmittelbar vor der Tür steht und für eine Hülle und Fülle an Neuerungen auf dem Gebiet der Krankenversicherungen (KV) sorgen wird. Wer also heute überlegt, in die private Krankenversicherung zu wechseln oder sich zum ersten Mal als Mitglied einer privaten Krankenversicherung an zu schließen und sich somit privat zu versichern, muss auf jeden Fall daran denken und darf nicht außer Acht lassen, dass sich nicht nur auf Grund der Reform eine Vielzahl von Änderungen, Neuerungen und Spezifikationen ergeben, die für eine Mitgliedschaft in einer Krankenversicherung von entscheidender Bedeutung sind und noch mehr und mehr werden sein. So ist es oberste Pflicht, dass man erst einmal einen genauen und guten Vergleich der einzelnen privaten Krankenversicherungen anstellt, damit man heraus finden kann, welche private Krankenversicherung in Bezug auf zum Beispiel Tarife, Beiträge und Leistungen individuell passt und welche private Krankenversicherung nicht das bietet, was für einen ganz persönlich am besten und am sinnvollsten ist. Wer nicht in die private Krankenversicherung wechseln kann oder will, der sollte sich auf so genannte Zusatzversicherungen bei seiner Recherche konzentrieren. Als gesetzlich Versicherter kann man durch Zusatzversicherungen wie zum Beispiel Krankentagegeld, Krankenhaustagegeld, Auslandsversicherungen oder Zahnersatzversicherungen so absichern, dass er sich auf dem Niveau eines Mitglieds einer privaten Krankenversicherung wähnen kann. Nur wer sich umfassend und mit der gebührenden Sorgfalt über die Bedingungen der Krankenversicherungen informiert, nur der ist dann letzten Endes auch ausreichend genug in Bezug auf Versicherungen in Kenntnis gesetzt. Zudem sollte man die Option nicht außer Acht lassen, die Möglichkeit zu nutzen, sich von Experten beraten zu lassen, um die einzelnen Versicherungen miteinander vergleichen zu lassen und dann im Anschluss daran die empfohlenen Versicherungsangebote zu nutzen, indem man sich dann für eine Krankenversicherung entscheidet.
21. August 2008
Die Gesundheitsreform, wieder einmal, hat nicht nur die bereits bekannten Nachteile insbesondere für die Versicherten der gesetzlichen Krankenversicherung, sondern sie entwickelt mitunter auch einen ausgesprochen zynischen Humor. Der neue, so genannte Gesundheitsfonds, der ab nächstem Jahr die Gelder für alle gesetzlichen Krankenkassen einzieht und an die einzelnen Anbieter nach einem bestimmten Schlüssel verteilt, hat bedenkliche Kriterien zu Grunde liegen, die für die Höhe der jeweilige Mittel entscheidend sind. Hier zeigt sich über deutlich, dass man einen Staatsauftrag, für die Wohlfahrt der Bürger zu sorgen, schlecht mit betriebswirtschaftlichen Erfordernissen kombinieren kann. Ziel der staatlichen Gesundheitsfürsorge kann ja eigentlich nur sein, den Gesunden zu helfen, gesund zu bleiben, und den Kranken, möglichst schnell wieder gesund zu werden. Folgerichtig müsste der Schwerpunkt der Finanzierung der gesetzlichen Kassen bei der Vorsorge liegen. Das Gegenteil ist der Fall. Die Kassen erhalten aus dem Fonds genau dann mehr Geld, wenn bei ihnen möglichst viele bereits kranke Menschen versichert sind, oder solche, bei denen der Ausbruch einer Erkrankung auf Grundlage der vorhandenen Daten wahrscheinlich ist. Die Kassen haben also nach Lage der Dinge ein finanzielles Interesse daran, möglichst viele potentielle Risiken zu versichern, noch besser, viele bereits eingetretene Risiken. Das kann natürlich kein Anreiz dafür sein, Krankheiten zu verhindern helfen. Zwar verursacht ein Gesunder naheliegender Weise kaum Kosten für eine Versicherung. Allerdings bringt ihr ein Kranker wesentlich mehr Geld in die Kasse. Obwohl sich nicht alle Krankheiten in ihrem Kostenverlauf genau vorhersagen lassen, kann man doch für die meisten Fälle eine statistische Wahrscheinlichkeit ermitteln. So ist es im Augenblick für die Kassen von großem Interesse, in ihren Versichertenunterlagen nach möglichste viele Risikopatienten zu suchen, um einen großen Anteil aus dem neuen Strukturfonds zu erhalten. Die Gesunden nutzten dafür gar nicht, sondern schmälern die jährlichen Einnahmen. Das ist ein völlig falscher Anreiz. Überspitzt ausgedrückt, hätten die Versicherungen nunmehr allen Grund, ihren Kunden zu ungesundem Lebenswandel zu raten, damit sie sich für die Kasse rechnen. Noch besser nach dieser Logik, Kranke auch krank zu lassen. Jeder Versicherte, der auf Kosten der Kasse wieder seine Gesundheit herstellen konnte, schmälert die Einnahmen.Es wurde hier schon öfter erwähnt: die nächste Gesundheitsreform kommt bestimmt.
21. August 2008
Ein interessantes Feldexperiment läuft derzeit gerade in England, an dem sich die Auswirkungen von übermäßigem Stress auf die Gesundheit exzellent beobachten lassen. Anlass dafür ist die noch immer nicht überwundene Finanzkrise, die gerade Angehörige der Finanzberufe seit Monaten in Atem hält. Seit Beginn der Turbolenze an den Finanzmärkten steigt dort die Anzahl der Patienten, die an stressbedingten Krankheiten leiden, geradezu explosionsartig. Bis zu vierzig Prozent mehr Menschen wenden sich an Ärzte der einschlägigen Fachgebiete, als noch vor kurzer Zeit. Der Zusammenhang zwischen beruflicher Belastung und Erkrankung liegt hier so nahe, dass die Mediziner eine eindeutige Verbindung sehen. Zuletzt war es die Immobilienkrise, die endgültig zu einer völligen Überlastung besonders des Bankenmanagements wurde. Die Angst zu versagen und eventuell das eigene Unternehmen in den Konkurs zu führen, halten viele Spitzenkräfte nur noch mit professioneller Hilfe aus. Aber auch in den unteren Rängen setzt die Aussicht, alsbald seine Job zu verlieren, den Nerven zu.Die klassischen Symptome für Stresskrankheiten sind vielfältig vertreten. Die Patienten finden auf Grund der Anspannung nicht mehr in den Schlaf oder greifen zu allen möglichen Drogen, um sich damit zu beruhigen oder die Stimmung aufzuhellen. Das Spektrum reicht von Alkohol bis zu Medikamenten. Angstsyndrome und depressive Zustände sind ebenso häufig anzutreffen. Sollte tatsächlich eine Rezession einsetzen, wird sich die Lage nach Ansicht der Fachleute noch verschlimmern.
Die Unternehmen haben größtenteils die Dramatik der Lage erkannt, nicht zuletzt, da die Mitarbeiter in verantwortlichen Positionen meisten selbst betroffen sind. Viele Banken bieten intern Hilfen an, die verschiedene Therapien und Vorbeugemaßnahmen umfassen, um die Arbeitskraft ihrer wertvollsten Mitarbeiter zu erhalten und um ihnen beizubringen, mit derart großen Belastungen umzugehen, die im Augenblick auf sie zukommen.
Vielleicht wäre diese Krise für so manchen ein geeigneter Anlass, sein Leben neu zu bewerten und neuen Prioritäten zu setzen. Ob es wirklich zu einem erfüllten Leben beiträgt ein hohes Einkommen zu Lasten der eigenen Gesundheit zu erzielen, sollte man sich überlegen, bevor es dazu zu spät ist.
01. August 2008
Das man sich beim Konsum von Alkohol sehr zurückhalten sollte, wenn man sich anschließend noch ans Steuer eines Fahrzeugs setzen will, ist ein Allgemeinplatz. Zwar wird vor der Einführung einer Null-Promille-Grenze die beliebte Stammtischdiskussion nicht an Fahrt verlieren, wie viel man sich genehmigen darf, ohne an kritische Grenzen zu stoßen. Aber im Prinzip ist klar, man trinkt am besten so wenig wie möglich, das heißt nach Möglichkeit nichts Alkoholisches. Zwar weisen Untersuchungen zum Thema gerade in Bezug auf Blutalkohol äußerst interessante Ergebnisse auf, die gerade die geltenden Regeln in Frage stellen. So stellte man fest, dass Personen dann die geringste Unfallwahrscheinlichkeit haben, wenn sie nicht etwas vollkommen nüchtern sind, sondern einen Blutalkoholwert um die drei Promille aufweisen. Ein kleiner Schluck kann also durchaus die Verkehrsicherheit verbessern, auch wenn dies sehr von der individuellen Kondition abhängt. Man sollte sich also nicht auf diese Untersuchungen berufen, falls man einmal bei einer Kontrolle erwischt wird, da wird man nicht wirklich eine Chance haben, der Strafe zu entgehen.
Ähnlich verhält es sich mit diversen illegalen Mitteln, zum Beispiel Cannabis, das man ebenfalls vor einer Fahrt nicht konsumieren darf.
Woran man jedoch selten denkt, obwohl die Gefahr groß ist, sich damit hinter das Steuer zu setzen, sind die Nebenwirkungen von vielen Medikamenten. Beinahe ein Viertel aller zugelasssenen Arzneien beeinflussen die Fahrtüchtigkeit, indem sie die Reaktionen des Fahrers reduzieren. Dieser Aspekt von Unfallursachen wurde bislang viel zu wenig beachtet, obwohl die zuständige Berufsgenossenschaft davon ausgeht, das ein Viertel aller Unfälle auf die Nebenwirkungen von Arzneien zurück zu führen sind; wesentlich mehr, als solche unter Alkoholeinfluss.
Während bei verschreibungspflichtigen Medikamenten die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass Arzt oder Apotheker den Patienten auf die unerwünschten Nebenwirkungen hingewiesen haben, befinden sich aber auch zahllose frei verkäufliche Medikamente auf dem Markt, die ebenfalls die Fahrtüchtigkeit beeinflussen. Viele Erkältungsmittel enthalten zum Beispiel Alkohol in nicht unerheblicher Prozentzahl. Wer darauf nicht achtet und die Mittel ohne Anweisung einnimmt, kann schnell die Grenze der Fahrtüchtigkeit erreichen. Nicht nur ein eventueller Unfall kann hier als schwere Folge eintreten, auch zahlt die gesetzliche Unfallversicherung keinen Cent, war man zu diesem Zeitpunkt nicht in der Lage, ein Fahrzeug zu führen.
Auch viele Psychopharmaka, sowie Schmerztabletten haben ähnliche fatale Nebenwirkungen.
28. Juli 2008
Die demoskopische Entwicklung in Deutschland zeigt, wie in anderen Industrieländern auch, deutlich in eine Richtung: der Anteil der älteren Bürger wird bei einer insgesamt schrumpfenden Bevölkerung immer größer, da die geringe Geburtenrate und die stetig steigende Lebenserwartung die so genannte Bevölkerungspyramide langsam aber sicher von der Basis auf die Spitze stellen.Könnte man ohne nähere Überprüfung jetzt annehmen, das eine sinkende Bevölkerungszahl auch einen geringeren Bedarf an Ärzten zur Folge hat, übersieht man dabei ein wichtiges Detail. Eine aktuelle Studie hat sich damit beschäftigt, wie viel Ärzte wir in Zukunft brauchen werden um die Versorgung aller Bürger sicher zu stellen. Sie kommt zu dem erst einmal überraschenden Ergebnis, das wir nicht weniger, sondern mehr Hausärzte brauchen werden, soll die medizinische Versorgung ihr hohes Niveau flächendeckend halten.
Eine Messzahl zur Bedarfsermittlung ist dabei die Zahl der Arztkontakte. Auf Grundlage der vorhandenen Daten werden diese in den nächsten zwölf Jahren um über acht Prozent zunehmen. Für Mecklenburg bedeutet dies zum Beispiel, das rein rechnerisch fast sechshundert zusätzliche Hausärzte benötigt werden. Wie es kommt, das weniger Menschen mehr Ärzte benötigen, liegt einmal daran, das ältere Menschen wesentlich häufiger ihren Arzt aufsuchen. Da der Anteil der älteren Bevölkerung steigt und diese ihre Verhalten nicht ändert, ergibt sich daraus der erwähnten Mehrbedarf. Weiter stehen viele Hausärzte kurz vor dem Ruhestand. Die dadurch entstehende Vakanz muss ebenfalls in die Rechnung mit einfließen. Ähnliches gilt auch für den Krankenhausbereich, wo ebenfalls ein rechnerischer Mehrbedarf an medizinischem Personal erkennbar ist. Hier ist die Zahl der Behandlungstage die entscheidende Messzahl. Auch diese wird durch einen höheren Anteil älterer Patienten steigen, allerdings nicht in allen Medizinbereichen gleichmäßig. Der Schwerpunkt wird laut Erkenntnissen der Studie bei der inneren Medizin, der Chirurgie und der Neurologie liegen. Auch dies überrascht nicht, da diese Medizinfelder sich mit den typischen Leiden älterer Menschen befassen.
20. Juli 2008
Auch hier ist es wieder die allgegenwärtige Gesundheitsreform, die Anlass zu Veränderungen gab. Die gesetzlichen Krankenkassen haben einen neuen Spitzenverband gegründet, der künftig ihre Interessen vertreten soll. Die Arbeit hat der Verband seit diesem Monat aufgenommen und soll eine wichtige Rolle beim Thema Gesundheit spielen. Die Gründung war veranlasst durch eine Entscheidung des Gesetzgebers, der für die Krankenversicherungen und auch die Pflegeversicherungen eine wichtige Rolle für die Gesundheitsvorsorge vorgesehen hat. So soll der neue Verband entscheidend die Eckpunkte in allen Gesundheitsfragen festlegen. Keine unbedeutende Aufgabe, schlie?lich geht es um die medizinische Versorgung von etwa siebzig Millionen Versicherten.Die Ma?nahme soll dazu dienen, die Kräfte der verschiedenen Krankenkasse zu bündeln und ihre Arbeit besser zu koordinieren. Deutschland ist ja bekanntlich ein Verbändestaat. Keine Branche, und sei sie noch so klein, die keinen Verband hätte. So brachten es die Krankenkassen bislang immerhin auf insgesamt sieben, die jeweils verschiedene Kassenmodelle vertraten. Eine angemessene Zahl von Vertretungen, bedenkt man die Grö?e dieser Institutionen. Nun hat man alle sieben Einzelverbände in einen einzigen zusammen gefasst, der nach Ma?gabe des Gesetzgebers alle ersetzten soll. Die Interessen der Versicherten durch zu setzen wird mit diesem koordinierten Auftreten gewiss einfacher, aber auch verantwortungsvoller. Gerade bei Themen von deutschlandweitem Interesse ist ein Ansprechpartner für alle Beteiligten eine deutliche Vereinfachung, die gegebenenfalls auch zu schnelleren Ergebnissen führen wird. Ob dies tatsächlich der Fall sein wird, wird die Zukunft zeigen. An Arbeit wird es dem neuen Superverband nicht fehlen. Der Gesetzgeber hat dafür gesorgt, dass eine gro?e Vielfalt von Themen dort für Entscheidungen vorbereitet werden. Im ganzen sind es einhundertsechzig verschiedene Themen, die auch die privaten Krankenkassen und die Pflegeversicherungen betreffen, die hier bearbeitet werden sollen. Im Mittelpunkt soll dabei immer der Versicherte stehen, dessen möglichst optimale Versorgung oberstes Ziel des Verbandes sein soll. Dazu gehören auch die Belange des medizinischen Personals. Der Verband plädiert beispielsweise für eine leistungsgerechte Vergütung der ?rzte, die gerade bei Nachwuchskräften mitunter sehr zu wünschen übrig lässt.
16. Juli 2008
Den Krankenhäusern geht es schlecht. Sie müssen mit immer weniger Mitteln immer mehr Patienten versorgen. Trotz steigender Anforderungen wird überall insbesondere Pflegepersonal abgebaut, obwohl die fachgerechte Versorgung schon jetzt kaum mehr gewährleistet ist. Schuld daran sind nach Ansicht der Kassen die Länder, die die Mittel für Krankenhäuser beständig zurück fahren würden. Gefordert wird daher eine größeres Engagement an bei der Finanzierung. Befürchtet wird jedoch, das sich die Lage in Zukunft verschlimmern statt verbessern wird, und die Länder eher weniger als mehr für die Gesundheitsvorsorge beitragen werden. Auch die Unterfinanzierung der Krankenhäuser ist eine unmittelbare Folge der Gesundheitsreform, die im Detail für diesen Bereich noch nicht endgültig ausgehandelt ist. So sollen die Krankenkassen künftig die Betriebskosten der Krankenhäuser übernehmen, geht es nach den Gesundheitsministern. Dies würde jedoch zu einer weiteren Beitragssteigerung führen, so dass zum Schluss die Versicherten die Lücke füllen müssten, die die Länder geschlagen haben.Die Krankenkassen zahlen jetzt schon einen großen Teil der Krankenhauskosten und wollen sich hier nicht noch mehr verausgaben. Die Kassen sind der Ansicht, dass das Problem nicht existieren würde, wenn die Länder genau wie sie selbst ihren Verpflichtungen nachkämen. So fällt es zum Beispiel in die Verantwortung der Länder, technisches Gerät zu finanzieren. Gerade in diesem Bereich fließen kaum noch Mittel mit entsprechenden Folgen für die Patienten. Innovatives medizinisches Gerät, dass viele Leben retten könnte, fehlt allerorten, während die vorhandene Technik oftmals veraltet ist.
Eine zusätzliche Belastung sind die allgemein seit Jahren stark steigenden Kosten insbesondere für Medikamente. Dieser Posten nimmt einen immer größeren Teil des Budgets in Anspruch und ist mit ursächlich für die vielerorts dramatische Personalsituation. Arbeiten an der Leistungsgrenze mit zahlreichen meist unbezahlten Überstunden ist schon längst die Regel, nicht mehr die Ausnahme. Gleichzeitig wird die Bezahlung immer schlechter, da nicht erfolgende Lohnerhöhungen inflationsbedingt zu einem stetigen Kaufkraftverlust und so quasi zu Lohnsenkungen führen. Selbst dort wo es Lohnerhöhungen gab, erreichen die Quoten selten die Teuerungsrate. Die Profitgier der Pharmakonzerne wird somit zu einer aktuten Gesundheitsgefahr für die Patienten und auch die Mitarbeiter.
16. Juli 2008
Die Gesundheitsreform setzt nicht nur den Versicherten zu, auch die privaten Krankenvollversicherer sehen sich durch die Entwicklung in ihrer Existenz bedroht. Zwar steht den Unternehmen fürs erste nur ins Haus, einen Basistarif für jedermann anbieten zu müssen, der für alle Mitglieder voraussichtlich die Beiträge in die Höhe treiben wird. Jedoch existieren weiter reichende Vorschläge, die in der Tat die Existenz der privaten in Frage stellen. Sollte die PKV gezwungen werden, ihr Geschäftsmodell aufzugeben, haben führende Vertreter bereits mit Klagen gedroht und die Entschlossenheit verkündet, bis zur letzten Instanz um das Überleben zu kämpfen. Bedrohlich ist für die Unternehmen die Entwicklung zu einer Einheitsversicherung, die keinen Unterschied mehr zwischen privater und gesetzlicher Krankenkasse macht. Sollte es soweit kommen, bliebe den privaten Kassen bestenfalls noch das Geschäft mit Zusatzversicherungen. Was das zur Folge hätte, hat die Branche bereits öffentlich gemacht.Erste und dramatischste Konsequenz wäre der Verlust einer großen Zahl von Arbeitsplätzen als logische Folge des Wegfalls der wichtigsten Geschäftsgrundlage dieser Unternehmen. Die erzwungene Einstellung der Geschäftstätigkeit könnte darüber hinaus auch verfassungsrechtlich bedenklich sein. Die Altersrückstellungen der Mitglieder der PKV wären bei einer gesetzlich angeordneten Kündigung der Verträge verloren. Da diese Rückstellung aus den individuellen Beiträgen der Mitglieder angespart wird, würde man ihnen diesen Vermögenswert quasi zwangsenteignen. Ob diese vor dem Bundesverfassungsgericht Bestand hätte, ist zumindest fraglich. Selbst wenn man sie in einen allgemeinen Fonds überführen würde, stünden sie zwar der Allgemeinheit der Versicherten zur Verfügung, was den Enteignungscharakter jedoch nicht aufheben würde.
Auch gibt es weitere juristische Bedenken, bezüglich der vertraglichen Verpflichtung, die die Unternehmen gegenüber ihren Kunden zu erfüllen haben. So ist keine PKV grundlos berechtigt Verträge zu kündigen. Der Kunde hat einen Anspruch auf Erfüllung der vereinbarten Leistung. Bevor also nicht der letzte Kunde tot ist oder freiwillig kündigt, müssten die Geschäfte weitergeführt werden, ohne dass es zu Neugeschäften kommen dürfte. Ein zweifellos unhaltbarer Zustand für ein Wirtschaftsunternehmen.
Die Versicherer vertreten die Auffassung, dass auch der Gesetzgeber nicht berechtigt ist, diese privatrechtlichen Verträge zu stornieren. In ihrer jetzigen Struktur sind die Unternehmen auf die Einnahmen aus der Krankenvollversicherung angewiesen um zu überleben. Dies gilt nicht nur für die Unternehmen selbst, sondern auch für den meist selbstständig tätigen Vertrieb, dem eine wichtige Verdienstquelle wegfallen würde.
11. Juli 2008
Zu den Grundfesten der gesetzlichen Krankenversicherungen gehört, dass die Leistungen fest definiert sind. Anders sieht es dagegen in der privaten Krankenversicherung aus. Hier können die Mitglieder selbst ihre individuellen Wünsche festlegen, was sich natürlich auch in den Beiträgen nieder schlägt. Schließlich gilt hier das Prinzip: wer viel will, muss auch mehr bezahlen, als derjenige, der mit einer Grundversorgung zufrieden ist. Die privaten Krankenversicherer berechnen alles nach dem sogenannten Äquivalenzprinzip. Somit wird deutlich, dass die einzelnen Beiträge auf die gewünschten Leistungen der Versicherungsnehmer zugeschnitten sind. Wie das Leistungspaket aussehen soll, sollte man vor dem Abschluss des Vertrags bereits festlegen. Aber auch das persönliche Risiko, das jeder in unterschiedlichen Bereichen trägt, trägt zur Beitragsbemessung bei. Das Geschlecht, das Alter und der gesundheitliche Zustand tragen zur Beitragshöhe bei, die beim Beginn der Versicherung ermittelt werden. Grundsätzlich gilt, dass erhöhte Risiken immer mit höheren Beiträgen verbunden sind. Raucher und übergewichtige Personen stellen weitaus größere Risiken für den Versicherer dar, als beispielsweise gesunde Sportler. Damit die privaten Krankenversicherungen effizient kalkulieren können, werden Berechnungen ähnlich wie bei Lebensversicherungen angestellt. Altersrückstellungen sollen die erhöhten Gesundheitskosten, die im gehobenen Alter fällig werden, auffangen. Im weniger hohen Alter, wenn naturgemäß auch weniger Kosten verursacht werden, können die Rückstellungen gewinnbringend angelegt werden, bis sie zu einem späteren Zeitpunkt aufgebraucht werden. Zu beachten ist für den privat Versicherten auch, dass grundsätzlich nach dem Kostenerstattungsprinzip gearbeitet wird. So müssen zunächst alle anfallenden Kosten für Behandlungen selber „vorgestreckt” werden, da die Rechnungen auf den Patienten ausgestellt werden. Nach eingehender Prüfung durch den Versicherer erfolgt die Rückerstattung durch die Versicherung. Anders geht man bei Krankenhausaufenthalten vor. Die Kosten, die dann fällig werden, können nicht selber gezahlt werden, weil schnell vierstellige Beträge zusammen kommen. Für diesen Zweck gibt es die Chip- Card. Hierauf sind alle versicherungsrelevanten Daten gespeichert, die eine Abrechnung direkt mit der Versicherung ermöglichen; dann bleibt der Privatpatient außen vor.
02. Juli 2008
Wer nach den bedeutendsten Merkmalen einer privaten Krankenversicherung im Gegensatz zu den gesetzlichen Kassen sucht, wird dies nicht nur am Leistungsumfang festmachen können, sondern in erster Linie auch an der Beitragshöhe.Zu einem gewissen Teil kann der Antragsteller selber Einfluss darauf nehmen und nicht die Höhe des monatlichen Einkommens gehört zu den wichtigsten Kriterien, sondern auch der gewünschte Tarif.
Die Privaten stufen zunächst einmal nach dem Alter, dem Geschlecht, eventuellen Vorerkrankungen, besonderen Risiken und dem aktuellen Gesundheitszustand ein. Die Wahl des Tarifes bleibt dem Versicherten selber überlassen. Grundsätzlich gilt dabei, dass derjenige, der einen exklusiven Schutz bevorzugt, dafür auch tiefer ins Portemonnaie greifen muss, als derjenige, der bereits mit einer Basisversorgung zufrieden ist, wie es sie auch von den gesetzlichen Krankenversicherungen geboten wird.
Entscheidend ist bei einer Privatversicherung, dass nach dem Äquivalenzprinzip vorgegangen wird und nicht das Solidaritätsprinzip zugrunde liegt, wie es die Kassen verfolgen.
Ein gut verdienender Alleinstehender muss meist bei der gesetzlichen Krankenversicherung mehr bezahlen, als bei einer privaten Versicherung.
Wer jedoch jung ist und seinen beruflichen Werdegang mit einer Selbständigkeit startet, muss zunächst mit dem spitzen Stift rechnen. Aus diesem Grunde bietet sich ein günstiger Basistarif an. Kann der Versicherte Fuß fassen und sein Einkommen steigt im Laufe der Zeit, ist ein Wechsel in einen gehobenen Tarif immer möglich. Die Überprüfung des Gesundheitszustandes ist dann nicht mehr notwendig.
Zu den Vorzügen eines Privatpatienten gehört auch, dass es Tarife gibt, die einen weltweiten Schutz zu bieten haben und meist auch einen Krankenrücktransport gewährleisten. Eine freie Wahl des Arztes und einer Klinik gehört ebenfalls zu den Wünschen vieler Patienten.
Wer sich die Vorzüge privat Versicherter anseiht und selber Kassenpatient ist, möchte gern den eigenen Schutz erweitern und in einigen Bereichen dem privaten Standard anpassen.
Aus diesem Grunde gehört seit der Gesundheitsreform im April 2007 für private Versicherer auch das lukrative Geschäft von Zusatzversicherungen dazu. Wer dieses Plus vereinbart, kann auch bei einem stationären Aufenthalt von einem Einbett- oder Zweibettzimmer profitieren, oder sich vom Chef einer Klinik untersuchen lassen. Doch die Wahl des Krankenhauses bleibt nach wie vor dem Privatpatienten vorbehalten. Wer bei der Kasse versichert ist, bleibt immer noch außen vor.
27. Juni 2008
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