Ahnungslos fahruntüchtig – Arzneien haben es in sich
28.Juli 2008
Das man sich beim Konsum von Alkohol sehr zurückhalten sollte, wenn man sich anschließend noch ans Steuer eines Fahrzeugs setzen will, ist ein Allgemeinplatz. Zwar wird vor der Einführung einer Null-Promille-Grenze die beliebte Stammtischdiskussion nicht an Fahrt verlieren, wie viel man sich genehmigen darf, ohne an kritische Grenzen zu stoßen. Aber im Prinzip ist klar, man trinkt am besten so wenig wie möglich, das heißt nach Möglichkeit nichts Alkoholisches. Zwar weisen Untersuchungen zum Thema gerade in Bezug auf Blutalkohol äußerst interessante Ergebnisse auf, die gerade die geltenden Regeln in Frage stellen. So stellte man fest, dass Personen dann die geringste Unfallwahrscheinlichkeit haben, wenn sie nicht etwas vollkommen nüchtern sind, sondern einen Blutalkoholwert um die drei Promille aufweisen. Ein kleiner Schluck kann also durchaus die Verkehrsicherheit verbessern, auch wenn dies sehr von der individuellen Kondition abhängt. Man sollte sich also nicht auf diese Untersuchungen berufen, falls man einmal bei einer Kontrolle erwischt wird, da wird man nicht wirklich eine Chance haben, der Strafe zu entgehen.
Ähnlich verhält es sich mit diversen illegalen Mitteln, zum Beispiel Cannabis, das man ebenfalls vor einer Fahrt nicht konsumieren darf.
Woran man jedoch selten denkt, obwohl die Gefahr groß ist, sich damit hinter das Steuer zu setzen, sind die Nebenwirkungen von vielen Medikamenten. Beinahe ein Viertel aller zugelasssenen Arzneien beeinflussen die Fahrtüchtigkeit, indem sie die Reaktionen des Fahrers reduzieren. Dieser Aspekt von Unfallursachen wurde bislang viel zu wenig beachtet, obwohl die zuständige Berufsgenossenschaft davon ausgeht, das ein Viertel aller Unfälle auf die Nebenwirkungen von Arzneien zurück zu führen sind; wesentlich mehr, als solche unter Alkoholeinfluss.
Während bei verschreibungspflichtigen Medikamenten die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass Arzt oder Apotheker den Patienten auf die unerwünschten Nebenwirkungen hingewiesen haben, befinden sich aber auch zahllose frei verkäufliche Medikamente auf dem Markt, die ebenfalls die Fahrtüchtigkeit beeinflussen. Viele Erkältungsmittel enthalten zum Beispiel Alkohol in nicht unerheblicher Prozentzahl. Wer darauf nicht achtet und die Mittel ohne Anweisung einnimmt, kann schnell die Grenze der Fahrtüchtigkeit erreichen. Nicht nur ein eventueller Unfall kann hier als schwere Folge eintreten, auch zahlt die gesetzliche Unfallversicherung keinen Cent, war man zu diesem Zeitpunkt nicht in der Lage, ein Fahrzeug zu führen.
Auch viele Psychopharmaka, sowie Schmerztabletten haben ähnliche fatale Nebenwirkungen.
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