Monatsarchiv für Juli, 2008
Stress hat viele Gesichter und viele Varianten. Einige davon sind gefährlich für die Gesundheit, wenn man sich im über längere Zeit aussetzt, andere anregend, wenn sie einen Menschen bei einer geforderten Leistung weder über,- noch unterfordern.Überfordern wir jedenfalls eine Beziehung ein dauerhafter Streit ums Geld. Treffen in einer solchen Partnerschaft unterschiedliche Charaktere aufeinander, kommt man um Streit kaum herum. Ist einer sparsam, der andere freigiebig, muss man nach Strategien suchen, um diesen grundlegend verschiedenen Ansätze, mit Geld umzugehen, unter einen Hut zu bringen.
Fünf verschiedene Verhaltensregeln, können einen zerstörerischen Dauerstreit über die Familienfinanzen verhindern helfen.
Zuerst ist eine offene Kommunikation wichtig. Zwar gibt es eine gewisse gesellschaftlich bedingte Hemmung, Gelddinge offen anzusprechen, die man jedoch zugunsten seiner Beziehung überwinden sollte. Klare Absprachen darüber, was mit dem Haushaltseinkommen geschehen soll, sind wenigstens einmal im Monat Pflicht. Das verhindert Eigenmächtigkeiten eines Partners, die, egal wie gut sie gemeint sind, auf jeden Fall zu vermehrtem Beziehungsstress führen werden.
Eine Partnerschaft beruht auf Vertrauen. Dieses sollte nicht bei Geldangelegenheiten enden. Gerade hier ist es entscheidend, dass jeder mit offenen Karten spielt und keine Heimlichkeiten vollführt. Gemeinsame Konten sind daher für Paare, die sich Vertrauen schenken, eine Selbstverständlichkeit. Auch sollte keiner geheime Reserven anlegen, mit denen er ohne Wissen des anderen hantiert.
Um jeden Streit ums Thema Geld zu vermeiden, muss man auch einmal nachgeben können. Eine unterschiedliche Sicht darauf, wie man mit Geld umgehen sollte, muss der andere Partner auch einmal akzeptieren können, selbst wenn es seiner Meinung widerspricht. Wer immer darauf besteht, seine Ansicht als allgemein gültig durchzusetzen, tut seiner Partnerschaft auf Dauer keinen Gefallen.
Egal wer in der Gemeinschaft überhaupt oder mehr Geld nach Hause bringt, sollte ihm das nicht automatisch das Recht einräumen, auch allein über die Verwendung zu bestimmen. Das Motto „wer zahlt, schafft an”, ist in einer Partnerschaft völlig fehlt am Platz.
Wer knausert und sich niemals etwas gönnt, was er sich mit seinem Geld Gutes tun könnte, nimmt diesen Bereich zu ernst, um auf Dauer entspannt damit umgehen zu können. Geld ist kein Selbstzweck, daher muss man auch einmal großzügig sein können, vor allem zu sich selbst.
28. Juli 2008
Das man sich beim Konsum von Alkohol sehr zurückhalten sollte, wenn man sich anschließend noch ans Steuer eines Fahrzeugs setzen will, ist ein Allgemeinplatz. Zwar wird vor der Einführung einer Null-Promille-Grenze die beliebte Stammtischdiskussion nicht an Fahrt verlieren, wie viel man sich genehmigen darf, ohne an kritische Grenzen zu stoßen. Aber im Prinzip ist klar, man trinkt am besten so wenig wie möglich, das heißt nach Möglichkeit nichts Alkoholisches. Zwar weisen Untersuchungen zum Thema gerade in Bezug auf Blutalkohol äußerst interessante Ergebnisse auf, die gerade die geltenden Regeln in Frage stellen. So stellte man fest, dass Personen dann die geringste Unfallwahrscheinlichkeit haben, wenn sie nicht etwas vollkommen nüchtern sind, sondern einen Blutalkoholwert um die drei Promille aufweisen. Ein kleiner Schluck kann also durchaus die Verkehrsicherheit verbessern, auch wenn dies sehr von der individuellen Kondition abhängt. Man sollte sich also nicht auf diese Untersuchungen berufen, falls man einmal bei einer Kontrolle erwischt wird, da wird man nicht wirklich eine Chance haben, der Strafe zu entgehen.
Ähnlich verhält es sich mit diversen illegalen Mitteln, zum Beispiel Cannabis, das man ebenfalls vor einer Fahrt nicht konsumieren darf.
Woran man jedoch selten denkt, obwohl die Gefahr groß ist, sich damit hinter das Steuer zu setzen, sind die Nebenwirkungen von vielen Medikamenten. Beinahe ein Viertel aller zugelasssenen Arzneien beeinflussen die Fahrtüchtigkeit, indem sie die Reaktionen des Fahrers reduzieren. Dieser Aspekt von Unfallursachen wurde bislang viel zu wenig beachtet, obwohl die zuständige Berufsgenossenschaft davon ausgeht, das ein Viertel aller Unfälle auf die Nebenwirkungen von Arzneien zurück zu führen sind; wesentlich mehr, als solche unter Alkoholeinfluss.
Während bei verschreibungspflichtigen Medikamenten die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass Arzt oder Apotheker den Patienten auf die unerwünschten Nebenwirkungen hingewiesen haben, befinden sich aber auch zahllose frei verkäufliche Medikamente auf dem Markt, die ebenfalls die Fahrtüchtigkeit beeinflussen. Viele Erkältungsmittel enthalten zum Beispiel Alkohol in nicht unerheblicher Prozentzahl. Wer darauf nicht achtet und die Mittel ohne Anweisung einnimmt, kann schnell die Grenze der Fahrtüchtigkeit erreichen. Nicht nur ein eventueller Unfall kann hier als schwere Folge eintreten, auch zahlt die gesetzliche Unfallversicherung keinen Cent, war man zu diesem Zeitpunkt nicht in der Lage, ein Fahrzeug zu führen.
Auch viele Psychopharmaka, sowie Schmerztabletten haben ähnliche fatale Nebenwirkungen.
28. Juli 2008
Sich in seinem Job zu behaupten und seinen Arbeitsplatz nicht nur zu behalten, sondern auch voran zu kommen, ist die eine große Herausforderung für jeden Arbeitnehmer. Seinen Job physisch zu überleben und auch keine schwerwiegenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen davon zu tragen, ist ein viel grundlegenderes Problem, über das sich jedoch nur wenige wirklich Gedanken machen.Die Chancen sind hier in der Tat sehr unterschiedlich verteilt. Das Organ der Versicherungswirtschaft hat statistische Daten zur Berufsunfähigkeit ausgewertet und eine Rangliste der gefährlichen Berufe erstellt, aus der auch ersichtlich ist, wo man die besten Aussichten hat, das Rentenalter unbeschadet zu erreichen.
Was nicht wirklich überrascht ist, das handwerkliche Berufe potentiell größere Gefahren bergen als akademische. Wer die Gefahr wirklich liebt, der sollte sich für den Beruf des Dachdeckers entscheiden. Er ist der mit weitem Abstand gefährlichste überhaupt. Beinahe die Hälfte aller Renten in dieser Branche werden wegen Berufsunfähigkeit bezogen, dreißig Prozent der Renten dieses Berufsstandes sind Hinterbliebenenrenten. Auf diesen traurigen Spitzenreiter folgen zum Beispiel auch die Krankenpflegerberufe, aber auch Metzger und Mitglieder der Baubranche sind weit oben vertreten. Interessanterweise befinden sich auch Sozialarbeiter unter den Spitzenreitern, wobei man gerne erfahren würde, wie bei diesem Beruf ein hoher Anteil an Hinterbliebenenrenten zustande kommt. Möglicherweise sind hier Stressfaktoren eine Ursache für einen frühzeitigen Tod, während es bei Hilfstätigkeiten auf dem Bau auf jeden Fall Unfälle sind, die zur Berufsunfähigkeit führen.
Sicher lebt man als Akademiker und am sichersten als Arzt. Das verwundert etwas, da Krankenpfleger sich genau auf der anderen Seite der Risikogruppen befinden. Welchen zusätzlichen Gefahren anders als ein Arzt ausgesetzt sind, geht aus der Untersuchung leider nicht hervor. Ingenieurberufe führen ebenfalls mit hoher Wahrscheinlichkeit in einen unbeschadeten Ruhestand, auch wenn es sich um solche der Baubranche handelt. Die Ausführenden Kräfte haben dagegen wie oben ausgeführt, ein entgegengesetzt höheres Risiko, vorzeitig aus dem Erwerbsleben auszuscheiden. Erwartungsgemäß sicher sind alle Verwaltungsberufe, aber auch Lehrtätigkeiten.
Erfreulich ist, dass die Quote der wegen Berufsunfähigkeit ausscheidenden Arbeitnehmer sinkt. Dies ist vor allem auf verstärkte Sicherheitsmaßnahmen am Arbeitsplatz zurückzuführen. Bei den Dachdeckern sinkt der Anteil allerdings deshalb, weil weniger diesen Beruf ergreifen, was man niemand wirklich übel nehmen kann.
25. Juli 2008
Kosten für die Gesundheitsvorsorge,- und Wiederherstellung sind grundsätzlich als außergewöhnliche Belastung von der Steuer absetzbar. Diese Möglichkeit ist besonders bei Zahnarztkosten ein Segen, da hier schnell große Summen anfallen können. Gerade für gesetzlich Versicherte werden fast alle Zahnbehandlungen zu einer großen finanziellen Belastung. Schon einen einzige Krone erreicht von den Kosten her leicht ein halbes Durchschnittseinkommen. Die Krankenkasse beteiligt sich nur noch mit einem kleinen Festbetrag, der ganze Rest ist Privatvergnügen. Wer in einem solchen Fall nicht Privatpatient mit dem entsprechenden Tarif ist oder wenigstens eine private Zahnzusatzversicherung hat, muss mitunter auf die Behandlung verzichten. Gerade Menschen mit mittlerem oder geringem Einkommen oder gar Langzeitarbeitslose oder Harz IV – Bezieher erkennt man heute schon an ihren Zähnen und das dürfte in Zukunft noch viel drastischer zutage treten. Ob dies ein gesellschaftlicher Fortschritt ist, den die zunehmende Privatisierung aller Lebensrisiken bewirkt, darf jedenfalls bezweifelt werden. Eine Zahnlücke mag für den Gesundheitszustand insgesamt unbedenklich sein und wird weder eine Einschränkung bei der Nahrungsauswahl noch sonst physische Auswirkungen haben. Interessanterweise wird aber gerade in diesem Bereich die Definition der Weltgesundheitsorganisation WHO geflissentlich ignoriert, die Gesundheit nicht nur als körperliches, sondern auch soziales Wohlbefinden beschreibt. Fehlende Zähne im sichtbaren Bereich tragen dazu bestimmt nicht bei und eine solcher Makel ist garantiert ein unüberwindbares Hindernis, einen qualifizierten Job zu finden. Es sieht also ganz danach aus, als würde hier am falschen Ende gespart, und benachteiligte soziale Gruppen so noch weiter ins Abseits gedrängt. Ein Steuerbonus hilft bei dieser Einkommenskategorie jedenfalls nicht weiter.Wer dagegen finanziell besser gestellt ist, kann nicht nur wie bisher seine dritten Zähne in Form eines Gebisses dem Finanzamt gegenüber geltend machen, sondern neuerdings auch die wesentlich aufwändigere und teurere Variante Implantat. Dies ist einem Urteil der Finanzgerichte zu verdanken, die zwischen beiden Varianten keine steuerliche Ungleichbehandlung anerkennen. Die Steuerbehörde hat die Absetzbarkeit verneint, wie sie es oft tut, wenn hohe Kosten im Spiel sind. Die Begründung hat das Gericht jedoch nicht überzeugt, da es bei einem Implantat um eine medizinisch anerkannte Methode des Zahnersatzes handelt. Wer sich also eine solche Behandlung leisten kann, die um die dreitausend Euro für jeden Zahn kosten kann, darf sich über eine ordentliche Steuerrückzahlung freuen.
24. Juli 2008
Wer als ganz normaler sozialversicherungspflichtiger Arbeitnehmer regelmäßig seine Beiträge zur Pflegeversicherung abführt, wähnt sich womöglich in einer trügerischen Sicherheit, falls tatsächlich einmal eine Pflegebedürftigkeit eintreten sollte. Die Leistungen der Pflegeversicherung reichen nämlich bei weitem nicht aus, um alle anfallenden Kosten zu decken. Das kann dann noch ausreichend sein, wenn ein Familienangehöriger die Pflege übernimmt und man zu Hause oder bei einem Verwandten untergebracht ist. Ist die Familie dazu nicht bereit oder in der Lage, bleibt nur eine Unterbringung in einem Pflegeheim. Das kosten jedoch in der so genannte Pflegestufe Drei bereits etwa dreitausend Euro pro Monat und die Kosten werden eher steigen als sinken. So gut wie niemand hat derart hohe Alterseinkünfte und eine private Vorsorge, die diese Kosten abdecken würde, ist ebenfalls selten. Von der Versicherung erhält man nämlich aktuell einen maximalen Zuschuss von etwas über vierzehnhundert Euro, über die Hälfte der Kosten müssen also selbst aufgebracht werden. Fehlt diese oder ein Teil des Geldes, kann es für die leiblichen Kinder des Pflegebedürftigen teuer werden. Das Pflegeheim wird nämlich bei Unterdeckung eine Antrag bei den Sozialämtern stellen, die bei Vorliegen der Voraussetzungen einen entsprechenden Zuschuss zahlen, die Heimunterbringung ist also erst einmal gewährleistet. Leider wollen die Sozialkassen dieses Geld nach Möglichkeit wieder zurück haben. Jetzt kommen die Kinder ins Spiel, an dies sich das Amt jetzt wenden wird. Da Eltern einen Anspruch auf Unterhalt gegen ihre Sprösslinge haben, der Pflegebedürftige diesen aber nicht mehr geltend machen kann, übernimmt dies das Sozialamt, das jetzt dieses Recht innehat. Für die betroffenen Kinder kann das schnell zu einem finanziellen Desaster werden, bedenkt man die Höhe der möglichen Ansprüche. Um festzustellen, wie viel die Kinder zahlen können, müssen diese ihre finanziellen Verhältnisse im Detail angeben. Ob und in welcher Höhe das Sozialamt Unterhalt geltend machen kann, hängt allerdings von der Fähigkeit der unterhaltspflichtigen Angehörigen ab. Grundsätzlich darf man eintausendzweihundertfünfzig Euro für sich und nochmal neunhundertfünfzig für den Partner behalten. Muss man selbst etwa Kinder versorgen und spart für das Alter oder hat sonstige Aufwendungen wie Kredite, werden diese Kosten ebenfalls abgezogen. Vom Rest, der übrig bleibt, fordert das Sozialamt üblicherweise die Hälfte. Verlangt es mehr, sollte man die Forderung von einer fachkundigen Person prüfen lassen.Das Amt hält sich jedoch nicht nur an die laufenden Einnahmen, sondern greift gegebenenfalls auch auf Vermögenswerte zu. Auch hier muss man nicht alles verwerten, so bleibt eine selbst genutzte Immobilie stets außen vor. Allerdings wird dabei, sofern sie abbezahlt ist, auch das verfügbare Einkommen höher.
Um dieser Belastung zu entgehen, sollte man sich rechtzeitig eine private Pflegeversicherung abschließen.
21. Juli 2008
Die demoskopische Entwicklung in Deutschland zeigt, wie in anderen Industrieländern auch, deutlich in eine Richtung: der Anteil der älteren Bürger wird bei einer insgesamt schrumpfenden Bevölkerung immer größer, da die geringe Geburtenrate und die stetig steigende Lebenserwartung die so genannte Bevölkerungspyramide langsam aber sicher von der Basis auf die Spitze stellen.Könnte man ohne nähere Überprüfung jetzt annehmen, das eine sinkende Bevölkerungszahl auch einen geringeren Bedarf an Ärzten zur Folge hat, übersieht man dabei ein wichtiges Detail. Eine aktuelle Studie hat sich damit beschäftigt, wie viel Ärzte wir in Zukunft brauchen werden um die Versorgung aller Bürger sicher zu stellen. Sie kommt zu dem erst einmal überraschenden Ergebnis, das wir nicht weniger, sondern mehr Hausärzte brauchen werden, soll die medizinische Versorgung ihr hohes Niveau flächendeckend halten.
Eine Messzahl zur Bedarfsermittlung ist dabei die Zahl der Arztkontakte. Auf Grundlage der vorhandenen Daten werden diese in den nächsten zwölf Jahren um über acht Prozent zunehmen. Für Mecklenburg bedeutet dies zum Beispiel, das rein rechnerisch fast sechshundert zusätzliche Hausärzte benötigt werden. Wie es kommt, das weniger Menschen mehr Ärzte benötigen, liegt einmal daran, das ältere Menschen wesentlich häufiger ihren Arzt aufsuchen. Da der Anteil der älteren Bevölkerung steigt und diese ihre Verhalten nicht ändert, ergibt sich daraus der erwähnten Mehrbedarf. Weiter stehen viele Hausärzte kurz vor dem Ruhestand. Die dadurch entstehende Vakanz muss ebenfalls in die Rechnung mit einfließen. Ähnliches gilt auch für den Krankenhausbereich, wo ebenfalls ein rechnerischer Mehrbedarf an medizinischem Personal erkennbar ist. Hier ist die Zahl der Behandlungstage die entscheidende Messzahl. Auch diese wird durch einen höheren Anteil älterer Patienten steigen, allerdings nicht in allen Medizinbereichen gleichmäßig. Der Schwerpunkt wird laut Erkenntnissen der Studie bei der inneren Medizin, der Chirurgie und der Neurologie liegen. Auch dies überrascht nicht, da diese Medizinfelder sich mit den typischen Leiden älterer Menschen befassen.
20. Juli 2008
Eine der letzten Gesundheitsreformen eröffnete auch den Mitgliedern der gesetzlichen Krankenkassen die Möglichkeit, sich eine andere Krankenversicherung zu suchen, wenn sie mit ihrer bisherigen unzufrieden waren oder sie Beiträge sparen wollten. Während zuvor ein striktes Reglement herrschte, wer wo versichert sein musste, kann seitdem jeder weitgehend frei wählen. Die einzige Ausnahme stellen die IKKs dar, in denen nach wie vor nur Angehörige von Handwerksberufen versichert sein dürfen. Das Einsparpotential ist zum Teil erheblich und kann bis zu einhundert Euro pro Monat ausmachen. Nachteile können sich ergeben, wenn die neue Krankenkasse weit entfernt liegt. War man es gewohnt, bei Problemen oder Wünschen kurz in der Geschäftsstelle vorbei zu schauen, ist man bei einer ortsfremden Kasse auf Telefon und Brief angewiesen, was bei komplizierteren Sachverhalten durchaus negativ sein kann. Kommuniziert man gewöhnlich häufig mit seiner Krankenversicherung, sollte man auch Porto,- und Telefonkosten einkalkulieren.Die Leistungen unterscheiden sich nur minimal, da diese gesetzlich für alle Krankenkassen vorgeschrieben sind. Wegen der Leistungen zu wechseln lohnt nur, wenn ein ganz spezielles Angebot für den Betroffenen persönlich so wichtig ist, das der Aufwand lohnt. Ein anderer Wechselgrund kann ein besserer Service der neuen Kasse sein, was bei häufiger Inanspruchnahme durchaus zu Buche schlagen kann. Wechseln kann man auch, wenn man schon krank ist, da jede Kasse zur Aufnahme verpflichtet ist. Anders als bei den privaten Krankenversicherung kommt es auf einen Risikoeinschätzung nicht an, da die GKV eine solchen nicht vornehmen darf.
Kündigen kann man jeweils zum jeweils zum Monatsende. Die Kündigungsfrist beträgt dabei 2 Monate. Nach dem Wechsel muss man eineinhalb Jahre bei der neuen Kasse bleiben, bevor man sich erneut nach einer Alternative umschauen darf. Ein Sonderkündigungsrecht hat man allerdings bei jeder Beitragserhöhung.
Ab nächstem Jahr werden sich diese Regeln allerdings verändern, zumal dann ein Einheitstarif für alle GKVs eingeführt wird. Ein Wechsel wegen des Beitrags lohnt dann nur noch, wenn man in einer Kasse versichert ist, die von der Ausnahmemöglichkeit Gebrauch macht, ihre individuellen Beiträge um maximal ein Prozent zu erhöhen, wenn sie mit den vom Gesundheitsfonds zugewiesenen Mitteln nicht auskommt.
18. Juli 2008
Gerade die privaten Krankenkassen haben ein vitales Interesse daran, dass ihre Kunden möglichst lange möglichst gesund bleiben. Zwar dürfte dies auch der Wunsch der meisten Versicherten sein, jedoch aus ganz anderen Beweggründen. Die Versicherung möchte natürlich Heilungskosten sparen, die durch Vorsorgemaßnahmen vermeidbar wären. Eine dieser Vorsorgemaßnahmen, wohl ein der besten überhaupt, ist, sich ausreichend Bewegung zu verschaffen. Da nur noch eine Minderheit in der heutigen Zeit körperlich anstrengenden Berufen nachgeht und insbesondere die besser verdienenden Mitglieder der PKV in aller Regel ihren Arbeitstag auf einem Bürostuhl verbringen, versuchen die Unternehmen Anreize zu schaffen, damit ihre Kunden sich fit halten. Eines dieser Programme findet in Zusammenarbeit mit einem Verband der Sportstudios statt. Dieser Verband hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Qualitätsstandards der Branche zu erhöhen und überwacht deren Einhaltung. Dabei geht es heute im Sportstudio bei weitem nicht mehr nur darum möglichst viele Muskel aufzubauen. Der Schwerpunkt liegt heute bei der Fitness des Normalbürgers und bei gezielten Angeboten zur Bekämpfung typischer Leiden, die durch Bewegungsmangel verursacht werden. So sind Rückenschmerzen eine Volkskrankheit geworden, nicht zuletzt durch die vielen sitzenden Tätigkeiten des modernen Menschen, wodurch wichtige Muskeln verkümmern und dem Körper nicht mehr den nötigen Halt geben können. Die Folge sind Haltungsschäden verbunden mit Schmerzen. Dies lässt sich durch ein gezieltes Training beheben und vor allem kann man dem vorbeugen. Gleiches gilt für Herz,- Kreislauferkrankungen, die ebenfalls zu einem guten Teil auf zu wenig Bewegung zurückzuführen sind.
Die Unternehmen arbeiten mit dem Verband zusammen und bewerben empfehlenswerte Studios bei ihren Mitgliedern. Die Versicherten erhalten günstige Angebote in den Mitgliedsstudios, so das alle Beteiligten letztendlich von der Zusammenarbeit profitieren. Auch die gesetzlichen Krankenkassen haben schon lange entdeckt, dass gezielte Vorsorge mit einfachen Mitteln für beide Seiten von Vorteil ist. Die Versicherten bleiben länger gesund und die Behandlungskosten sinken, was wiederum allen Beitragszahlern zugute kommt.
17. Juli 2008
Auch hier ist es wieder die allgegenwärtige Gesundheitsreform, die Anlass zu Veränderungen gab. Die gesetzlichen Krankenkassen haben einen neuen Spitzenverband gegründet, der künftig ihre Interessen vertreten soll. Die Arbeit hat der Verband seit diesem Monat aufgenommen und soll eine wichtige Rolle beim Thema Gesundheit spielen. Die Gründung war veranlasst durch eine Entscheidung des Gesetzgebers, der für die Krankenversicherungen und auch die Pflegeversicherungen eine wichtige Rolle für die Gesundheitsvorsorge vorgesehen hat. So soll der neue Verband entscheidend die Eckpunkte in allen Gesundheitsfragen festlegen. Keine unbedeutende Aufgabe, schlie?lich geht es um die medizinische Versorgung von etwa siebzig Millionen Versicherten.Die Ma?nahme soll dazu dienen, die Kräfte der verschiedenen Krankenkasse zu bündeln und ihre Arbeit besser zu koordinieren. Deutschland ist ja bekanntlich ein Verbändestaat. Keine Branche, und sei sie noch so klein, die keinen Verband hätte. So brachten es die Krankenkassen bislang immerhin auf insgesamt sieben, die jeweils verschiedene Kassenmodelle vertraten. Eine angemessene Zahl von Vertretungen, bedenkt man die Grö?e dieser Institutionen. Nun hat man alle sieben Einzelverbände in einen einzigen zusammen gefasst, der nach Ma?gabe des Gesetzgebers alle ersetzten soll. Die Interessen der Versicherten durch zu setzen wird mit diesem koordinierten Auftreten gewiss einfacher, aber auch verantwortungsvoller. Gerade bei Themen von deutschlandweitem Interesse ist ein Ansprechpartner für alle Beteiligten eine deutliche Vereinfachung, die gegebenenfalls auch zu schnelleren Ergebnissen führen wird. Ob dies tatsächlich der Fall sein wird, wird die Zukunft zeigen. An Arbeit wird es dem neuen Superverband nicht fehlen. Der Gesetzgeber hat dafür gesorgt, dass eine gro?e Vielfalt von Themen dort für Entscheidungen vorbereitet werden. Im ganzen sind es einhundertsechzig verschiedene Themen, die auch die privaten Krankenkassen und die Pflegeversicherungen betreffen, die hier bearbeitet werden sollen. Im Mittelpunkt soll dabei immer der Versicherte stehen, dessen möglichst optimale Versorgung oberstes Ziel des Verbandes sein soll. Dazu gehören auch die Belange des medizinischen Personals. Der Verband plädiert beispielsweise für eine leistungsgerechte Vergütung der ?rzte, die gerade bei Nachwuchskräften mitunter sehr zu wünschen übrig lässt.
16. Juli 2008
Den Krankenhäusern geht es schlecht. Sie müssen mit immer weniger Mitteln immer mehr Patienten versorgen. Trotz steigender Anforderungen wird überall insbesondere Pflegepersonal abgebaut, obwohl die fachgerechte Versorgung schon jetzt kaum mehr gewährleistet ist. Schuld daran sind nach Ansicht der Kassen die Länder, die die Mittel für Krankenhäuser beständig zurück fahren würden. Gefordert wird daher eine größeres Engagement an bei der Finanzierung. Befürchtet wird jedoch, das sich die Lage in Zukunft verschlimmern statt verbessern wird, und die Länder eher weniger als mehr für die Gesundheitsvorsorge beitragen werden. Auch die Unterfinanzierung der Krankenhäuser ist eine unmittelbare Folge der Gesundheitsreform, die im Detail für diesen Bereich noch nicht endgültig ausgehandelt ist. So sollen die Krankenkassen künftig die Betriebskosten der Krankenhäuser übernehmen, geht es nach den Gesundheitsministern. Dies würde jedoch zu einer weiteren Beitragssteigerung führen, so dass zum Schluss die Versicherten die Lücke füllen müssten, die die Länder geschlagen haben.Die Krankenkassen zahlen jetzt schon einen großen Teil der Krankenhauskosten und wollen sich hier nicht noch mehr verausgaben. Die Kassen sind der Ansicht, dass das Problem nicht existieren würde, wenn die Länder genau wie sie selbst ihren Verpflichtungen nachkämen. So fällt es zum Beispiel in die Verantwortung der Länder, technisches Gerät zu finanzieren. Gerade in diesem Bereich fließen kaum noch Mittel mit entsprechenden Folgen für die Patienten. Innovatives medizinisches Gerät, dass viele Leben retten könnte, fehlt allerorten, während die vorhandene Technik oftmals veraltet ist.
Eine zusätzliche Belastung sind die allgemein seit Jahren stark steigenden Kosten insbesondere für Medikamente. Dieser Posten nimmt einen immer größeren Teil des Budgets in Anspruch und ist mit ursächlich für die vielerorts dramatische Personalsituation. Arbeiten an der Leistungsgrenze mit zahlreichen meist unbezahlten Überstunden ist schon längst die Regel, nicht mehr die Ausnahme. Gleichzeitig wird die Bezahlung immer schlechter, da nicht erfolgende Lohnerhöhungen inflationsbedingt zu einem stetigen Kaufkraftverlust und so quasi zu Lohnsenkungen führen. Selbst dort wo es Lohnerhöhungen gab, erreichen die Quoten selten die Teuerungsrate. Die Profitgier der Pharmakonzerne wird somit zu einer aktuten Gesundheitsgefahr für die Patienten und auch die Mitarbeiter.
16. Juli 2008
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